

BVSI-Vorstand Dr. Dirk Bisping
Die Wirtschaftslage ist Anfang des Jahres 2009 äußerst kritisch. Vor Mitte 2010 wird sich der Markt wohl nicht erholen, lauten die Prognosen. „Schon Mitte 2008 gab es Einbrüche im Börsenhandel, der stets ein verlässlicher Indikator für die Entwicklung am Projektmarkt ist. Mit einem guten halben Jahr Zeitverzug hat der Abwärtstrend den Beratermarkt erreicht“, sagt BVSI-Vorstand Dr. Dirk Bisping.
Wie sollten sich nun IT-Freiberufler angesichts der Krise verhalten? Viele selbständige IT-Berater sind auch weiterhin im Projekt tätig. Wer beim Kunden in den IT-Produktionsprozess eingebunden ist, merkt oft nichts von der Krise.Manchem Mainframe-Fachmann wurde sogar eine mehrjährige Verlängerung angeboten. Doch nicht wenige Kollegen stehen Anfang 2009 ohne Projekt da. Plötzlich verfügen sie über die kostbare Ressource Zeit, die sie für die Qualifizierung und für die Profiloptimierung nutzen sollten.
Nach einer Absage ist es effektiv, sein Profil daraufhin zu analysieren, warum man nicht eingesetzt wurde. Hilfreich sei es, den Projektvermittler anzurufen und nachzufragen, warum ein anderer IT-Fachmann den Zuschlag erhalten hat. Oder möglicherweise die Honorarforderung auf den Prüfstand zu stellen. Im nächsten Schritt sei es wichtig, das eigene Profil nachzuarbeiten. Häufig ist das Profil nur falsch dargestellt, manchmal hingegen gibt es eine fachliche Schwäche. Dann hat das Knowhow nicht gereicht und man sollte sich weiterqualifizieren. In vielen Fällen kommuniziere der IT-Freiberufler seine Stärken nicht optimal. Oder in seinem Profil fehlen die Schlagworte, auf die der Kunde Wert legt. „Da der Entscheider sich für eine Bewerbung häufig nur wenig Zeit nimmt, ist es entscheidend, dass die Vorzüge des Freiberuflers dem Kunden sofort ins Auge springen“, so Dr. Bisping. Im Moment haben die Kunden die Wahl. „Darum sollte der IT-Berater mit noch mehr Sorgfalt sein Profil gestalten und die Keywörter, auf die der Kunde Wert legt, in den Vordergrund stellen.“
Wer zurzeit nicht im Projekt tätig ist, sollte Zeit investieren, um sein Profil im Detail zu beleuchten. „Wer beispielsweise überwiegend entwickelt, sollte sich ab einem gewissen Alter überlegen, sein Profil in Richtung Projektführung, Teamleitung, Analyse, Qualitätssicherung, Konzeption zu erweitern“, rät Dr. Bisping. Für den einen oder anderen könne der Schritt in eine Gutachtertätigkeit der richtige sein. Optimal ist es, wenn der IT-Fachmann bereits im „besten Alter“ seine Zukunft plant und in etwa weiß, wo er mit 50 Jahren stehen will. Ein IT-Freiberufler, der seine Karriere strategisch angeht, plant Schritt für Schritt, welche Fortbildungen und welche Skills er optimieren möchte, um seine beruflichen Ziele zu erreichen. So wird sich ein IT-Freiberufler ggf. schon in jüngeren Jahren Projektmanagement- und Teamleitungs-Knowhow aneignen und den Weg in Richtung Beraterlaufbahn einschlagen. Niemand würde dem IT-Freiberufler sagen, dass er zu alt für die Entwicklung oder nicht passend für das Team sei. Oder dass sein Profil schlecht dargestellt sei, sagt Dr. Bisping. „Darum sollte man die Wartezeit zwischen zwei Projekten für ein fachliches Update oder eine attraktivere Gestaltung des Profils nutzen“.
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IT-Freiberufler 2009 :
Krise und Aufbruch